Was unternehme ich zur Vorbereitung meiner dritten Geburt? Ich habe es in den vorangehenden Beiträgen schon angesprochen, doch hier möchte ich dich etwas konkreter in meine Prozesse mitnehmen. Nach zwei vorangegangenen physiologischen natürlichen Geburten kennt mein Körper den physiologischen Vorgang einer Geburt bereits bestens ;-).

Vertrauen

Und bei dieser dritten Schwangerschaft merke ich deutlich, welchem Thema ich mich fokussierter widmen möchte. Und das ist das Vertrauen. Vertrauen in meine Impulse.

Zusätzlich macht es mir natürlich Freude, auch mein Wissen zum Thema Geburtsvorgänge, Hormone, Plazenta uvm. zu erweitern. Zum Beispiel durch das Lesen von Geburtsbüchern, Berichten, das Hören von Podcasts und Reels… Doch ich merke, wie mein Fokus schnell wieder verschwindet. Die Informationen bleiben nicht hängen – und anstatt mich zu stressen merke ich, dass ich mich im Loslassen üben darf, weil offensichtlich etwas anderes dran ist.

Hingabe und Loslassen

Hingabe und Loslassen, auch das ist ein wichtiger Punkt, welchen ich fest am Üben bin. Wie sehr gebe ich mich dem Leben und seinen Verwebungen hin? Wie sehr kämpfe ich noch gegen das, was ist oder was sich zeigt?

Also – Vertrauen, Hingabe und Loslassen

Unsere ganze Zeit hier auf der Insel steht gefühlt unter diesem Motto. Wir sind hierher gekommen ohne konkreten Plan, einfach mit dem Gefühl ein paar Wochen hier zu verbringen. Wir hatten eine Unterkunft für 6 Wochen und während dieser Zeit wollte ich für mich Klarheit gewinnen, ob ich hier auf der Insel gebären möchte oder ob es mich zurück in die Schweiz zieht. Und diese Entscheidung kann keineswegs aus dem Kopf getroffen werden. Während unserer ersten Zeit hier übte ich mich also intensiv damit, meine Impulse wahrzunehmen.

Wo zieht es mich hin? Wie fühle ich mich da? Was für Menschen begegnen mir? Wonach sehnt sich mein System? Wo höre ich meine Kopfstimme laut werden und weshalb, was sagt meine Herzensstimme? Und was für eine Verbindung habe ich mit dem Wesen in meinem Bauch? Was sagt es?

Und wenn ich alleine keine Klarheit mehr in gewissen Themen wahrnahm, holte ich mir Unterstützung. Ob mit meiner Mentorin oder im Austausch mit Herzensmenschen.

Und so führte eins zum anderen. Ich lernte, dem entstehenden Fluss immer mehr zu vertrauen. Und mich mit meinen Kopfängsten liebevoll auseinanderzusetzen. Eine laute Angst war zum Beispiel: „Das Krankenhaus liegt 1 sehr kurviege Autoostunde entfernt auf der anderen Seite der Insel und ist eher klein (Keine Neo usw). Was ist, wenn….. *Baby stecken bleibt*, *Ich plötzlich merke, etwas ist nicht in Ordnung*, *Plazenta nicht von alleine geboren werden kann*, *das Baby nicht atmet*… (Es war spannend diese wahrzunehmen, denn bei den ersten beiden Geburten waren diese Ängste praktisch gar nicht da. Doch mit mehr Know-how kommen auch mehr Zweifel.)
Wenn ich diese Angstgedanken voll zulassen würde, es nähme kein Ende. Es ist aber wichtig, dass ich mich damit auseinandersetzte und ich für mich selber prüfte, was in welchem Fall zu tun wäre. Und woher die Ängste zu mir sprachen, ob „nur“ aus dem Kopf oder aus meiner Intuition/vom Baby. Auch half mir, mich gleichzeitig zu informieren, wie hoch die statistischen Chancen für solche Situationen tatsächlich sind – am Schluss in einem ungestörten Geburtsszenario wo ich mich 100% wohl und geborgen fühle nämlich äusserst gering! Für solche Informationen war meine Lektüre Alleingeburt der Ärztin und 9fachen Mama Sarah Schmid sehr hilfreich. Ich lernte immer mehr, meine Ängste aus dem Kopf liebevoll bei der Hand zu nehmen, mit ihnen zu gehen. Und sie anzunehmen, mich nicht von ihnen zu

Nach 6 Wochen konnten wir unser Apartamento noch um 2 Wochen verlängern (so lange durfte ich noch fliegen). Und in diesen 2 Wochen zeigte sich immer deutlicher, dass wir bleiben wollen. Ich hatte Null drang einen Rückflug zu buchen. Wir fanden ein weiteres Apartamento, in welchem ich mir die Geburt und das Wochenbett super vorstellen konnte, bei der Besichtigung war mein Gefühl so laut und deutlich „hier darf es passieren“.
Und ich merkte klar, dass dieses Wesen in mir auf dieser Insel zur Welt kommen möchte. Und alles weitere fügte sich – wir hatten eine befreundete Familie die uns während dieser Zeit wunderbar unterstützen konnte und den Raum für unsere anderen beiden Kinder mithalten wollte. Wir fanden eine wunderbare Doula und Mütterpflegering, welche uns mit nahrhaften LEBENSmitteln und Heilwolle und vielen tollen Sachen versorgte während der Geburts- und Wochenbettzeit. Meine traditionelle Hebamme konnte dank der Semana Santa (Osterwoche) die ganze Woche des Geburtsfensters schon auf der Insel weilen (sie wohnt eigentlich in Teneriffa). So war sie schon sehr nah, als es dann wirklich losging.

Und je mehr sich diese Dinge fügten, verstärkte sich mein Gefühl, in das Leben zu vertrauen.

Das Bild entstand am Vorabend der Geburt, da war ich schon ziemlich am Wehen veratmen 🙂

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